Handball-Bundesliga Wie Mimi Kraus der SG Bietigheim wieder Hoffnung gibt

Von Michael Bosch 

Neuzugang Michael Kraus ist beim 27:18-Sieg der Bietigheimer Bundesliga-Handballer gegen die Eulen Ludwigshafen der überragende Mann auf dem Feld – und gibt der Mannschaft wieder Hoffnung im Kampf gegen den Abstieg.

Zum ersten Mal in der Bietigheimer EgeTrans-Arena am Ball: Michael „Mimi“ Kraus. Foto: Baumann
Zum ersten Mal in der Bietigheimer EgeTrans-Arena am Ball: Michael „Mimi“ Kraus. Foto: Baumann

Bietigheim - Am Ende strahlte Michael „Mimi“ Kraus über das ganze Gesicht. Der Rückraumspieler der SG BBM Bietigheim, der erst vor zwei Wochen vom TVB Stuttgart gekommen war, hatte nach seinem ersten Heimspiel für seinen neuen Club auch allen Grund dazu. Im vorentscheidenden Spiel um den Verbleib in der Handball-Bundesliga gegen die Eulen Ludwigshafen war er beim 27:18-Sieg der Bietigheimer gegen die Eulen der überragende Mann. Zehn Treffer erzielte Kraus und setzte im Angriff seine Mitspieler immer wieder schön in Szene. „Wer am Ende die Tore macht, ist aber eigentlich egal“, gab sich Kraus bescheiden.

Erfahrung könnte ein Schlüssel sein

Dass er aber die nötige Erfahrung mitbringt, die im Kampf gegen den Abstieg entscheidend sein könnte, betonte der sportliche Leiter Jochen Zürn: „Mimi fokussiert alles auf sich. Daneben entwickeln die anderen Selbstbewusstsein.“ Vor 3076 Zuschauern in der EgeTrans-Arena wurde das schnell deutlich. Der Tabellen-Vorletzte aus Bietigheim lag von Beginn an in Führung, die Eulen wirkten über die gesamte Partie hinweg überfordert. Beim Schlusslicht der Bundesliga, das bei nun drei Punkten Rückstand auf die SG BBM wohl schon anfangen kann, für die zweite Liga zu planen, stimmte vom Torhüterspiel bis zum Angriff gar nichts. „Auch der Zusammenhalt hat gefehlt“, bemängelte Ludwigshafens Trainer Benjamin Matschke.

Lesen Sie hier, wie der neue Bietigheim-Trainer Hannes Jon Jonsson die SG vor dem Abstieg retten will.

Sein Gegenüber Hannes Jon Jonsson, der im dritten Spiel den ersten Sieg mit den Bietigheimern feierte, war indes vollends zufrieden. „Dabei haben wir heute einfachen Handball gespielt, da war nichts neues dabei“, sagte der Isländer. Gegen die kompakte Deckung seines Teams fanden die Eulen keinerlei Mittel. Auch auf Torhüter Domenico Ebner war Verlass (18 Paraden) – und vorne richtete es, wenn es einmal eng wurde, Mimi Kraus. Nach der Halbzeit übernahm der 35-Jährige vollends die Verantwortung, erzielte vier der ersten fünf Tore der Bietigheimer, die ihren Vorsprung damit bis zur 39. Minute auf acht Treffer ausbauten (16:8). Als Christian Schäfer auf 19:9 (42.) erhöhte, war die Partie entschieden. Schäfer und Jonas Link, der im Rückraum ebenfalls gut spielte, waren hinter Kraus mit jeweils vier Treffern die zweitbesten Werfer bei Bietigheim.

Nichtabstiegsplätze wieder in Reichweite

Der Rückstand der SG auf den VfL Gummersbach beträgt nun nur noch einen Punkt. „Wir können nach dem Auftritt mit breiter Brust an die kommenden Aufgaben gehen“, gab sich Kraus zuversichtlich. Auch Jochen Zürn ist sich sicher: „Wir werden den ein oder anderen Punkt einsammeln.“ Die nächste Partie der SG BBM findet in Berlin statt, anschließend ist der TVB Stuttgart zu Gast, der am Wochenende mit 30:37 beim SC Magdeburg verlor. Auch ein besonderes Spiel für Kraus? Schließlich geht es gegen seinen Ex-Club. Er schüttelte mit dem Kopf – und grinste.

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