Landtagswahl-Kandidaten im Kreis Ludwigsburg Die Bewerber laufen sich warm

Von Susanne Mathes 

Am 14. März 2021 wird der neue Landtag gewählt. Fast alle Kandidaten stehen schon fest, sind teils aber noch nicht offiziell nominiert. Kampfkandidaturen gibt es nur bei den Grünen. Wer steht im Kreis Ludwigsburg in den Startlöchern?

Im März bestimmen die Wähler, wer sie im Landtag vertritt. Foto: /PPfotodesign/Leif Piechowski
Im März bestimmen die Wähler, wer sie im Landtag vertritt. Foto: /PPfotodesign/Leif Piechowski

Kreis Ludwigsburg - Es wird spannend im Kreis Ludwigsburg, wenn das Kandidatenkarussell für die Landtagswahl am 14. März 2021 Fahrt aufnimmt – erst recht, wenn mehrere Bewerber derselben Partei gegeneinander antreten, wie es bei den Grünen der Fall ist. Ein Überblick.

Die Wiederbewerber

Derzeit vertreten fünf Männer aus zwei Parteien den Kreis im Landtag. Für die Grünen sind das der Kulturschaffende Jürgen Walter (seit 1992, Wahlkreis 12), der Landschaftsplaner Markus Rösler (seit 2011, Wahlkreis 13) und der Journalist Daniel Renkonen (seit 2011, Wahlkreis 14). Die CDU repräsentieren der Schlossermeister Konrad Epple (seit 2011, Wahlkreis 13) und der Steuer- und Wirtschaftsfachmann Fabian Gramling (seit 2016, Wahlkreis 14). Bis auf Fabian Gramling, den Jüngsten im Bunde, hoffen alle auf ein erneutes Mandat. Gramling strebt nach Berlin: Er will Bundestagsabgeordneter werden und seinen Parteikollegen, den Ex-Turner Eberhard Gienger, im Wahlkreis Neckar-Zaber beerben. Gramling sagt zu seinem angestrebten Wechsel in die Bundespolitik, Deutschland stehe vor großen Weichenstellungen, und er wolle sich mit seiner Erfahrung dafür einsetzen, „mit Innovationen Zukunft zu gestalten, anstelle mit Verboten unseren Wohlstand aufs Spiel zu setzen“.

Die Wahlkreise

Der Landkreis ist bei der Landtagswahl in drei Wahlkreise eingeteilt: Wahlkreis 12 (Ludwigsburg) mit Asperg, Kornwestheim, Ludwigsburg, Möglingen, Remseck und Tamm (Wahlberechtigte bei der letzten Landtagswahl: rund 124 000), Wahlkreis 13 (Vaihingen), der von Gerlingen bis Bönnigheim den westlichen Landkreis abdeckt (Wahlberechtigte 2016: knapp 115 000) und Wahlkreis 14 (Bietigheim-Bissingen), der den nordöstlichen Kreisteil umfasst (Wahlberechtigte 2016: rund 125 000). Das Ringen um die Gunst der Wähler hat längst begonnen: Erste Aspiranten sind bereits auf Wahlkampfsommertour. Interessant dürfte werden, ob in der reinen Parlamentarierherrenriege künftig auch Frauen mitmischen werden. An Bewerberinnen fehlt es nicht.

Die bisher gesetzten Frauen

Für die Ludwigsburger Kreis-CDU soll die 43-jährige Professorin für Wirtschaftsprivatrecht Andrea Wechsler das 2016 verlorene Direktmandat für den Wahlkreis 12 zurückerobern. Die verheiratete Mutter zweier Kinder, die an der Hochschule Pforzheim lehrt, setzte sich bei der Kandidatenkür der CDU gegen Jens Wätjen aus Korntal-Münchingen und Helge Hajek aus Kornwestheim durch. Die international ausgebildete Juristin hat sich eine „innovative, digitale, nachhaltige, mutige, konservative und wertfeste CDU“ auf die Fahnen geschrieben und legt ihren Fokus vor allem auf einen verlässlichen Rechtsstaat, eine exzellente Bildungspolitik und eine nachhaltige Wirtschaftspolitik.

Ebenfalls im Wahlkreis 12 tritt Stefanie Knecht (FDP) an. Die Immobilienverwalterin und Ludwigsburger Stadträtin will die „Schwächen eines seit Langem unterfinanzierten Bildungssystems, die in der Corona-Krise klar zutage getreten sind“, bekämpfen und findet, dass Umwelt- und Klimaschutz, die Zukunft der Arbeitsplätze und Wohlstand nur gehalten werden können, „wenn Ökologie und Ökonomie kein Gegensatz sind“. FDP-Zweitkandidat ist der Remsecker Stadtrat Armando Guillermo Mora Estrada. Auch der CDU-Zweitkandidat kommt aus Remseck: Es ist der Gemeinderatsfraktionsvorsitzende Steffen Kirsch. Die Linke schickt überdies zwei Frauen in den Wahlkampf: Im Wahlkreis 12 die Ludwigsburger Gesundheits- und Krankenpflegerin Nadja Schmidt (Ersatzkandidat: Andreas Frisch), im Wahlkreis 13 die Bürokauffrau Lydia Beier aus Gerlingen (Ersatzkandidat: Stephan Ludwig).

Bisher gesetzte Männer

Der 57-jährige Christdemokrat Konrad Epple (Zweitkandidatin ist die 33-jährige Angestellte im öffentlichen Dienst Annkathrin Kinzinger) hat für seine Wiederbewerbung bereits das Placet der CDU-Mitglieder. Er setzte sich im Februar gegen Joachim Fischer durch. Epple visiert ein CDU-Direktmandat im Wahlkreis 13 an. Seine Ziele: Mittelstand und Handwerk stärken, Artenschutz und Landwirtschaft in Einklang bringen, B 10 ausbauen und den ÖPNV verbessern.

Der Vaihinger Stadtrat Roland Zitzmann geht im Wahlkreis 13 für die FDP ins Rennen – der 56-jährige Produktmanager wurde einstimmig gewählt. Sein Credo: Die Politik soll „nicht ausschließlich durch eine akademische Elite“ geprägt sein. „Als bodenständiger Familienmensch stehe ich für eine Politik aus der Mitte der Gesellschaft.“ Zweitkandidat ist der 32-jährige Volkswirt und Doktorand Patrick Maier aus Ditzingen. Für die Linke tritt im Wahlkreis 14 der 65-jährige Starkstromelektriker Walter Kubach aus Mundelsheim (Zweitkandidat ist hier Alper Taparli) an.

Bisher gesetzte Männer

In fast allen Parteien ist klar, wer ins Parlament will. Trotzdem haben viele Kandidaten noch kein Mandat. Schuld daran ist das Coronavirus: „Wir haben keine Hallen gefunden, die groß genug sind, dass alle wahlberechtigten Mitglieder hineinpassen“, berichtet Swantje Sperling für die Grünen. Die Remseckerin, die selbst für den Landtag antritt und schon nominiert ist – im Wahlkreis Waiblingen, wohin sie bald ihren Lebensmittelpunkt verlegt –, sagt, die Suche nach passenden Räumlichkeiten sei extrem schwierig gewesen. Noch im September sollten die Kandidaten aber definitiv gewählt werden.

Wer hat bei den Grünen die Nase vorn?

Bei den Grünen ist das noch nicht ausgemacht: Es sind mehrere Bewerber am Start. In Ludwigsburg tritt gegen den alten Hasen und früheren Staatssekretär aus Asperg Jürgen Walter, der 2016 das Direktmandat holte (Zweitkandidatin: Sarah Das), die 45-jährige Lektorin, Referentin und Ludwigsburger Stadträtin Silke Gericke (Zweitkandidat: Max Girrbach) an. Der dritte Bewerber, der 57-jährige Oberarzt Uwe Stoll, zog seine Kandidatur nach Informationen unserer Zeitung zurück. Im Wahlkreis 14 will es gegen Platzhirsch Daniel Renkonen (Zweitkandidatin: Anne Posthoff) – auch er Direktmandatinhaber – der 33-jährige Betriebswirt Tayfun Tok aus Murr wissen (Zweitkandidatin: Andrea Dötterer-Händle). Nur im Wahlkreis 13 stehen Markus Rösler und Zweitkandidatin Angela Brüx konkurrenzlos da.

SPD mit jungem Kandidaten-Trio

Für die SPD will im Wahlkreis 12 der 22-jährige angehende Physiker, Juso-Kreisvorsitzende und Remsecker Stadtrat Colin Sauerzapf in den Landtag einziehen. Im Wahlkreis Bietigheim kandidiert der 31-jährige Marketingleiter Daniel Haas. Beide sind schon vom SPD-Kreisvorstand nominiert. Im Wahlkreis 14 will der 32-jährige Verwaltungs- und Politikwissenschaftler Torsten Liebig antreten. Die offiziellen Nominierungen sind am 19. September. Wer als Nachfolger für Fabian Gramling bei der CDU im Wahlkreis 14 in den Ring steigt, ist offen. Auch der FDP-Kandidat im Wahlkreis 14 wird wohl erst im Herbst gekürt. Die AFD, viertstärkste Landtagsfraktion, hat sich noch nicht dazu geäußert, mit welchen Kreiskandidaten sie ins Parlament einrücken will.




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