Neue Fabrik ZF baut seinen Standort Polen aus

ZF baut in Polen ein Werk mit einer Fläche von 10 000 Quadratmetern. Foto: dpa
ZF baut in Polen ein Werk mit einer Fläche von 10 000 Quadratmetern. Foto: dpa

Der Zulieferer ZF baut im polnischen Tschenstochau für 20 Millionen Euro ein Werk für Sicherheitstechnik. Dort sollen einem 300 Mitarbeiter tätig. Die Beschäftigten seien gut ausgebildet, die Bedingungen günstig, lobt der Zulieferer aus Friedrichshafen den Standort.

Wirtschaft: Inge Nowak (ino)
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Stuttgart - Der Autozulieferer ZF baut seine Aktivitäten in Polen aus. Das Friedrichshafener Unternehmen plant in Tschenstochau ein neues Werk, das in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem bereits bestehenden Entwicklungszentrum stehen soll. Die neue Fabrik soll 10 000 Quadratmeter groß werden. Bereits Ende kommenden Jahres solle die Produktion aufgenommen werden, schreibt ZF in einer Mitteilung. 20 Millionen Euro sollen in den Standort investiert werden. In der neuen Fabrik werden einmal gut 300 Mitarbeiter tätig sein. Die Qualifikation der Mitarbeiter in Polen ist hoch, sagte ein ZF-Sprecher. Ein Engpass an Fachkräften bestehe noch nicht, fügte er hinzu.

In dem Werk in Tschenstochau sollen künftig Produkte der aktiven und passiven Sicherheitstechnik wie innovative Kameragenerationen sowie Airbag-Steuereinheiten hergestellt werden. ZF begründet die Entscheidung mit der zu erwartenden steigenden Nachfrage aus Europa. Autonomes Fahren und Fahrerassistenzsysteme stoße auf zunehmendes Interesse, heißt es bei ZF. Bei den dazu nötigen Produkten sei ein starkes Wachstum zu erwarten; deshalb baue ZF in diesem Bereich Personal auf.

Zulieferer will Wettbewerbsfähigkeit erhöhen

Mit der Entscheidung für Polen wolle ZF zudem seine Wettbewerbsfähigkeit erhöhen. Arbeitsplätze in Deutschland sind davon aber nicht tangiert, so der ZF-Sprecher. Denn der Geschäftsbereich Global Electronics, zu dem das neue Werk gehören wird, habe seinen Sitz in den USA. Dort sei auch der Hauptentwicklungsstandort für die Kamerasysteme. Polen gelte nicht nur wegen der gut ausgebildeten Fachkräfte als attraktiver Standorte. Positiv sei zudem das stabile politische und wirtschaftliche System sowie die gute Infrastruktur, hieß es.

Noch vor einigen Jahren hatte ZF weder Werke noch Mitarbeiter in Polen. Diese Aktivitäten haben die Friedrichshafener erst mit der Übernahme des US-Konkurrenten TRW hinzubekommen; seit Frühjahr 2015 ist TRW Teil von ZF. Die heutige ZF-Tochter TRW hat seit über zehn Jahren ein Elektronik-Entwicklungszentrum in Tschenstochau; dort sind derzeit 350 Mitarbeiter tätig. Erst im Herbst 2017 wurde ein weiteres Technikum in Lodz eröffnet, wo einmal 200 Experten Elektronik entwickeln sollen. Christophe Marnat, zuständig für die aktive und passive Sicherheitstechnik, lobt den Standort: „Das neue Entwicklungszentrum und der Produktionsstandort stehen für Spitzentechnologie im Bereich Sicherheitselektronik und deren Produktion und Entwicklung.“

ZF beschäftigt 8000 Mitarbeiter in Polen

ZF hat den Standort Polen in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut. Wurden im Jahr 2016 noch 6500 Mitarbeiter in dem osteuropäischen Land beschäftigt, sind es inzwischen 8000. Davon arbeiten derzeit rund 6300 in der Produktion und Verwaltung in Tschenstochau. „ZF folgt dem Weg, den unsere Wettbewerber schon seit Jahren gehen“, sagt ein Sprecher. Zusätzliche Produktionskapazitäten würden in Best Cost Countries entstehen, also an Billiglohnstandorten.

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