Protest gegen AfD-Veranstaltung Hemminger Bürger setzen ein Zeichen

Von Stefanie Köhler 

Nach Schätzungen der Polizei haben am Mittwochabend rund 200 Menschen in der kleinsten Strohgäu-Kommune Hemmingen mit Parolen auf Schildern und Transparenten ihren Unmut über eine politische Veranstaltung der AfD ausgedrückt.

In Hemmingen demonstrierten Bürger gegen eine politische Veranstaltung der AfD. Mehr Bilder finden Sie in unserer Bildergalerie. Klicken Sie sich durch. Foto: factum/Simon Granville 8 Bilder
In Hemmingen demonstrierten Bürger gegen eine politische Veranstaltung der AfD. Mehr Bilder finden Sie in unserer Bildergalerie. Klicken Sie sich durch. Foto: factum/Simon Granville

Hemmingen - Auf Papier, auf Pappe, auf Stoff: Nach Schätzungen der Polizei haben am Mittwochabend rund 200 Menschen in der kleinen Strohgäu-Kommune mit Parolen auf Schildern und Transparenten ein Zeichen gesetzt – bei der Mahnwache „gegen Rassismus, Extremismus sowie Demokratie- und Fremdenfeindlichkeit“. Zu deren Teilnahme hatte der SPD-Ortsverein Hemmingen aufgerufen.

Hintergrund der Gegendemonstrationen – eine weitere initiierte „Die Partei“ – war eine politische Veranstaltung der AfD in der Gemeinschaftshalle. Vier rechte Bundestagsabgeordnete hatten zum „Bürgerdialog“, wie sie ihre Veranstaltung nannten, in die sonst so beschauliche Kommune eingeladen, die deshalb aber seit Tagen in Aufruhr ist. „Nazis raus“ skandierte die Menge und „Hemmingen bleibt bunt“ – das Motto der Mahnwache. Der SPD-Gemeinderat Ralf Horwath zeigte sich sehr zufrieden. „Ich finde es klasse, dass so viele Menschen gekommen sind.“ Es seien alle wichtigen Botschaften gesagt worden.

Kritik an Demonstrationen

In der Gemeinschaftshalle indes kritisierte zu Beginn der Sprecher der AfD-Landesgruppe Baden-Württemberg, Marc Bernhard, den „Spießrutenlauf durch diese Meute“, den die Teilnehmer des Dialogs hätten machen müssen, um rein zu kommen. „Die Leute da draußen wollen eine Meinungsdiktatur errichten“, so Bernhard: Sie würden friedliche Menschen, Andersdenkende daran hindern, sich zu informieren und eine demokratisch gewählte Partei daran hindern, die Informationen zu verbreiten. „Das erinnert mich an Zustände, die wir schon hatten“, sagte der Politiker. Er kündigte daher an, rechtliche Schritte wegen der Demonstrationen prüfen zu lassen.




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