Radlerdemo Walheim und Besigheim Mit lautem Geklingel gegen die Ampel

Radler wollen mehr Sicherheit – und demonstrieren für eine Unterführung unter der Enzbrücke hindurch. Foto: factum/Weise
Radler wollen mehr Sicherheit – und demonstrieren für eine Unterführung unter der Enzbrücke hindurch. Foto: factum/Weise

Die einen finden eine Ampel ausreichend, die anderen fordern eine Unterführung für Radler und Fußgänger. Doch für das Regierungspräsidium ist der Fall glasklar: Es werde keine Unterführung geben.

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Walheim/Besigheim - Etwa 200 Fahrradfahrer haben am Freitag für den Bau einer Unterführung unter der Enzbrücke zwischen Walheim und Besigheim demonstriert. Mit lautem Geklingel brachten sie ihren Unmut über die bisherige Ampelregelung zum Ausdruck und formulierten nochmals ihren Wunsch nach der Unterführungslösung im Zuge des Brückenneubaus, der in etwa eineinhalb Jahren starten soll. Außer von der Verwaltung und dem Gemeinderat beider Kommunen wird der Wunsch auch vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) unterstützt.

Konkret geht es um den Brückenabschnitt über die Enz zwischen Walheim und Besigheim, an dem sich die 90-Grad-Kurve befindet. Bislang werden die Fußgänger und Radler mittels einer Ampelregelung über die Fahrbahn geleitet. Die Argumente der kritisierenden Fahrradinitiative Besigheim (FiB) zielen daher zuvorderst auf die Sicherheit der Radler ab. Weil dieser Radweg auch von im Pulk fahrenden Schülern genutzt werde, sei die Strecke für diese nicht ungefährlich.

Zudem seien viele Radler nicht gewillt, auf die Grünphase der Ampel zu warten. „Die Unterführung wäre ein erheblicher Gewinn an Sicherheit für alle Radfahrer“, heißt es in einem Positionspapier der FiB. Im Übrigen könne der touristisch interessante Radweg durch eine barrierefreie Kreuzung an Attraktivität gewinnen.

Eine Unterführung würde 470 000 Euro kosten

Für das Regierungspräsidium jedoch ist der Fall klar und abgeschlossen. Immerhin würde eine Unterführung für die insgesamt 3,9 Millionen Euro teure, neue Brücke Mehrkosten von 470 000 Euro nach sich ziehen. „Da muss man schon überlegen, ob das wirklich verhältnismäßig ist“, sagte ein Präsidiumssprecher. Mit einer Unterführung seien außerdem erhebliche Eingriffe in geschützte Uferbereiche verbunden, da es sich bei diesem Bereich um Biotope handle. „Die Umweltschutzbehörde war bei der Entscheidungsfindung beteiligt und unterstützt unsere Planung voll und ganz.“

Demnächst gibt es ein Treffen mit dem Verkehrsminister

Große Hoffnungen setzen die Fahrrad-Lobbyisten daher nun auf ein Gespräch mit dem baden-württembergischen Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne), das für den kommenden Mittwoch anberaumt ist. Dann trifft sich der bekennende Radfahrer unter anderem mit den Landtagsabgeordneten Fabian Gramling (CDU) und Daniel Renkonen (Grüne), um unter anderem über dieses Thema zu sprechen. Die Chancen, dass ihr Wunsch trotz des negativen Bescheids durch das Regierungspräsidium noch berücksichtigt und doch noch eine Unterführung eingeplant wird, stehen allerdings nicht besonders gut. „Das Regierungspräsidium hat eine vernünftige Planung hingelegt, auf den ersten Blick ist das so alles nachvollziehbar“, sagte der Ministeriumssprecher Edgar Neumann. Minister Hermann werde sich natürlich alle Pläne anschauen und alle Argumente anhören, viel Hoffnung will Neumann den Ampelgegnern aber nicht machen. Immerhin seien beim Bau einer Unterführung nicht nur die Kosten entscheidend, auch die Hochwasser-Problematik spiele eine Rolle. „Eine Unterführung ist nicht sicher gegen Hochwasser“, betonte Neumann.

Viel Zeit bleibt den Kritikern nun nicht mehr: Demnächst wird das Baurechtsverfahren in Gang gesetzt.




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