Ulrike Feld coacht Musiker Die Hunde geben ihrem Leben einen Rhythmus

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Ihr selbst helfen dabei Cira und Cena, ihre beiden Hunde, mit denen sie privat in Wannsee lebt – ganz dicht im Grünen am Rande der großen, grauen Stadt. „Die Tiere sind meine Rettung. Ich neige dazu, zu viel zu arbeiten“, sagt Ulrike Feld. „Und die zwei zwingen mich dazu, einen Rhythmus einzuhalten.“ Und so beginnen ihre Tage morgens um sechs mit den Hunden im Wald, und dort enden sie auch.

Vom Kulturbetrieb in Berlin, der Tag und Nacht ein, wie sie sagt, „zauberhaftes Angebot“ macht, braucht sie inzwischen richtig selbstverordnete Pausen. Ulrike Feld geht seltener in die Oper als früher. Und auch zu Hause läuft Musik niemals nebenher. „Da hat sich meine Wahrnehmung einfach geändert“, sagt sie. Oft müsse sie sich zwingen, das professionelle Ohr abzuschalten.

Ulrike Felds Büro liegt im Westen der Stadt, in vertretbarer Entfernung zum Büro – denn eines, woran sie sich in all ihren Berliner Jahren immer noch nicht gewöhnt hat, das sind die ewig langen Wege. „Ein großes Problem an Berlin ist die Verschwendung von Lebenszeit“, sagt sie ein bisschen scherzhaft.

Die schiere Größe der Millionenstadt bedeutet: Überall sind Menschen, alle wollen im Zweifelsfall zum selben Zeitpunkt dasselbe, also ist es voll und es dauert lange. „Dieser Aspekt der Stadt kann sehr anstrengend sein“, sagt Ulrike Feld. Genau wie die Berliner Schnauze. „Wobei die Wirklichkeit ist: hinter der Schnauze finden sich sehr viele nette Menschen.“

Wie die meisten Berliner, die nicht hier geboren sind, sondern irgendwann herkamen, so liebt auch Ulrike Feld die Stadt für diese überall spürbare Möglichkeit, einfach der zu sein, der man sein will – ohne dass es jemanden stört. Die Kehrseite dieser Freiheit: die Anonymität, die manchmal in allgemeine Wurschtigkeit mündet. „Neulich“, sagt Feld, „hab’ ich mit einer Behörde in Karlsruhe telefoniert. Da bin ich fast erschrocken, wie freundlich und bemüht der Mensch am anderen Ende war, mir zu helfen. Der nannte mich sogar beim Namen.“